Die Stadt Dresden hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem Mikrotechnologiestandort und Zentrum der Halbleiterproduktion von globaler Bedeutung entwickelt. Dieser Trend setzt sich durch die Neuansiedlung großer Unternehmen und die Planung von Erweiterungen bereits etablierter Unternehmen fort.
Diese positiven Entwicklungen bieten einerseits vielfältige Chancen, führen andererseits aber auch zu erheblichen Herausforderungen. Um sowohl die Chancen erfolgreich zu nutzen als auch für die Bewältigung der Herausforderungen ist eine enge Kooperation auf kommunaler Ebene in der Region Dresden erforderlich. Ziel des Projektes ist es, eine dauerhafte regionale Struktur in Form eines kommunalen Verbundes zu etablieren.
Regionalkonferenz bringt Kommunalverbund Region Dresden auf den Weg
Auf der Regionalkonferenz „Gemeinsam wirksam - Auf dem Weg zum Kommunalverbund Region Dresden“ am 31. August wurden der bisherige Projektstand und die nächsten Schritte beraten, insbesondere wie die Kommunen ihre Zusammenarbeit künftig verbindlicher gestalten und weiterentwickeln können.
Die dynamische Entwicklung der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden stärkt die Region als international bedeutenden Mikrotechnologiestandort und europäisches Zentrum der Halbleiterproduktion mit globaler Ausstrahlung. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Mobilität und Infrastruktur, Wohnen sowie Industrie- und Gewerbeflächen. Eine stärkere Zusammenarbeit soll dazu beitragen, Potenziale zu bündeln und die Region als innovativen, wettbewerbsfähigen und lebenswerten Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln.
Vor diesem Hintergrund haben 21 Städte und Gemeinden im informellen Netzwerk der Erlebnisregion Dresden 2024 eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit zur Stärkung des europäischen Halbleiterstandorts angestoßen. Die Zusammenarbeit soll ausgeweitet werden. Fast 100 Städte und Gemeinden in den Landkreisen Bautzen, Meißen, Mittelsachsen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die Landeshauptstadt Dresden werden einbezogen. So können regional Interessen gebündelt und gemeinsame Lösungen entwickelt werden.
„Die Chancen gemeinsam nutzen“
„Eine enge Zusammenarbeit mit den Städten, Gemeinden und Landkreisen um Dresden ist mir seit Jahren ein wichtiges Anliegen. Mit der Gründung eines Kommunalverbunds wollen wir diese in eine feste Form gießen, die es uns ermöglicht, die vor uns liegenden Chancen gemeinsam zu nutzen und die damit verbundenen Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Der Gründungsprozess wird angesichts der Vielzahl involvierter Akteure sicher nicht einfach werden, aber der bisherige Verlauf der Arbeit auf diesem Weg stimmt mich optimistisch, dass wir das schaffen werden.“
Oberbürgermeister Dirk Hilbert
„Gemeinsam wirksam ‒ das ist ein treffender Titel für die Veranstaltung heute und auch das richtige Zielbild für die Kommunen und die Region. Denn genau darum geht es bei regionaler Zusammenarbeit: Die Aufgaben – und auch die Erwartungen der Menschen an eine funktionierende Verwaltung – machen doch nicht an den Grenzen von Gemeinde, Stadt oder Landkreis halt. Dresden profitiert vom Umland und das Umland von Dresden. Die Region Dresden hat sich zu einem international bedeutenden Wissenschafts-, Technologie- und Wirtschaftsraum entwickelt und diese Dynamik hält an. Daher ist es richtig und wichtig, dass die Region sich noch enger zusammenfindet. Da geht es um gefestigte Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, um die optimalen Bedingungen für berufliche Pendler, um gemeinsame Wirtschafts- und Arbeitsmärkte und nicht zuletzt geht es auch darum, Infrastrukturen zusammen zu nutzen. Ich bin sehr überzeugt, dass die rund 250.000 Euro aus unserer Förderrichtlinie Regionalentwicklung den Weg der Kommunen bestens unterstützen werden. Dieses Fördergeld wird am Ende den Menschen der Region nutzen, weil ihnen die bessere Zusammenarbeit der Kommunen nutzt. Was wollen wir als Staatsregierung denn mehr? Für die nun folgenden Schritte wünsche ich allen Beteiligten gute und zielführende Gespräche.“
Regina Kraushaar, Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung
Im Rahmen der Konferenz überreichte Kraushaar einen Förderbescheid über 253.475 Euro aus dem Förderprogramm Regionalentwicklung. Die Mittel werden für den weiteren Prozess bis zur geplanten Gründung des Kommunalverbunds im Jahr 2027 eingesetzt.
„Kommunale Zusammenarbeit ist ein Prozess, der Vertrauen zueinander stärkt und vom Freistaat gewollt und unterstützt wird. Mit dem Wissen um die Probleme der Partner und gemeinsame Strategien zu deren Lösung können sich alle Kommunen im Verband sichtbarer aufstellen und besser entwickeln.“
Dr. Ralf Müller, Sprecher der Erlebnisregion Dresden und Bürgermeister der Stadt Dohna
Im Mittelpunkt der künftigen Zusammenarbeit sollen Mobilität, Siedlungsentwicklung, Wohnen sowie Industrie- und Gewerbeentwicklung stehen. Welche Bedeutung diese Themen für die Region haben, zeigt auch der bisherige Projektverlauf: Untersucht wurden unter anderem die Auswirkungen des Wachstums der Halbleiterindustrie auf die Arbeitskräfte- und Bevölkerungsentwicklung sowie die Wohnpotenziale in der Region.
In einer Podiumsdiskussion diskutierten Tilo Lindner, Zweiter Beigeordneter des Landkreises Meißen, Dirk Hilbert, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, Markus Dreßler, Beigeordneter der Stadt Pirna, Barbara Lüke, Bürgermeisterin der Stadt Pulsnitz, und Falk Hentschel, Bürgermeister der Gemeinde Ebersbach, über unterschiedliche Ausgangslagen, gemeinsame Herausforderungen und Erwartungen an den künftigen Kommunalverbund.
Dabei wurde deutlich: Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen gibt es zahlreiche gemeinsame Interessen und Ziele. Gerade der Austausch unterschiedlicher Perspektiven wurde als wichtige Grundlage für gemeinsame und tragfähige Lösungen in der Region hervorgehoben. Teil der Regionalkonferenz waren auch Informationen zu den Beteiligungsmöglichkeiten an der BUGA 2033.
Absichtserklärungen als nächster Schritt zur Gründung
Bis November 2026 sollen die politischen Gremien der beteiligten Kommunen und Landkreise über die geplante Zusammenarbeit und eine gemeinsame Absichtserklärung beraten. Mit deren Unterzeichnung soll der Grundstein für die geplante Gründung des Kommunalverbunds Region Dresden e. V. im Jahr 2027 gelegt werden.
Der weitere Gründungsprozess wird von der Erlebnisregion Dresden gemeinsam mit dem Arbeitsstab und der Lenkungsgruppe geführt. Anschließend sollen Struktur und Finanzierung konkretisiert und die Vereinssatzung erarbeitet werden.
Studien im Rahmen des Projektes Region Dresden online verfügbar
Die Ergebnisse der Studie zu Arbeits- und Fachkräften sowie der Bevölkerungsentwicklung, die Analyse der Wohnpotenziale sowie die Machbarkeitsuntersuchung zum Kommunalverbund sind jetzt online.
Seit Juni 2026 stehen die Studien zu Arbeits- und Fachkräften sowie der Bevölkerungsentwicklung (CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH), die Analyse der Wohnpotenziale (KEM Mitteldeutschland GmbH) sowie die Machbarkeitsuntersuchung (Erlebnisregion Dresden) online auf der Webseite unter dem Bereich „Studien“ zur Verfügung.
In dieser Sitzung wurden weitere neun Städte als beratende Mitglieder aufgenommen
Das Netzwerk der Region Dresden wächst auf dem Weg zum Kommunalverbund Region Dresden. In der Doppelsitzung der 37. Bürgermeisterkonferenz der Erlebnisregion Dresden und der 2. Sitzung der Lenkungsgruppe Region Dresden wurden weitere neun Städte als beratende Mitglieder aufgenommen.
Weitere Informationen zur Sitzung erhalten sie HIER