Projekt Region Dresden

Studie zu Arbeits- und Fachkräften sowie zur Bevölkerungsentwicklung

Auswirkungen der Entwicklung der Halbleiterindustrie im Nordraum Dresden mit besonderem Fokus auf die Arbeitskräfte- und Bevölkerungsentwicklung in der Region Dresden

(CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH Hannover, November 2025)

Die Halbleiterindustrie im Dresdner Norden steht vor einer Phase starken Wachstums. Mit der Schaffung mehrerer tausend neuer Arbeitsplätze und der Ansiedlung weiterer Zulieferer- und Dienstleistungsunternehmen wird sich diese Entwicklung spürbar auf die gesamte Region Dresden auswirken. Damit geht ein zunehmender Zuzug von Arbeits- und Fachkräften sowie deren Familien einher.

Diese Dynamik stellt die Städte und Gemeinden der Region Dresden vor neue Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund war es notwendig, frühzeitig belastbare Erkenntnisse über den zukünftigen Zuzug an Arbeits- und Fachkräften zu gewinnen, die räumliche Verteilung zu analysieren und mögliche Haushaltsstrukturen offenzulegen. Die vorliegende Studie schafft dafür die Grundlage.

Zielsetzung der Studie
Das Ziel der Studie ist eine umfassende und räumlich differenzierte Analyse der quantitativen und qualitativen Auswirkungen der Expansion der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden im Untersuchungsgebiet der potenziellen 96 Städte und Gemeinden der Region Dresden. Gegenstand sind ausschließlich die zusätzlichen Effekte, die durch den aktuellen und geplanten Ausbau des Dresdner Halbleiterclusters entstehen. Bestehende Unternehmen oder geplante Beschäftigungsverhältnisse sowie bereits wirksame regionalwirtschaftliche Effekte der Halbleiterbranche werden nicht betrachtet.

Ergebnisse der Studie
In der Studie werden zwei Szenarien untersucht. Im Basis-Szenario werden 3.000 direkte neue Arbeitsplätze durch den Neu- beziehungsweise Zubau von ESMC und Infineon im Dresdner Norden bis 2032 berücksichtigt. Indirekte und induzierte Effekte führen in der Region Dresden zu insgesamt rund 6.800 neuen Arbeitsplätzen. Daraus resultiert ein Zuzug von etwa 10.700 Personen beziehungsweise 5.500 Haushalten in die Region.

Im Ausbau-Szenario werden zusätzlich noch nicht begonnene Ausbauplanungen des Dresdner Halbleiterclusters bis 2035 berücksichtigt. Es wird von insgesamt 4.500 direkten Arbeitsplätzen in den Halbleiterunternehmen ausgegangen. Diese führen in der Region Dresden zu etwa 10.200 neuen Arbeitsplätzen und entsprechend einem Zuzug von etwa 15.600 Personen beziehungsweise 8.200 Haushalten.

Die Zuzüge werden zu etwa einem Drittel in das Umland und zu zwei Drittel in die Stadt Dresden erfolgen.

In der Studie werden die Annahmen und berücksichtigten Effekte ausführlich erläutert. Sie liefert weiterhin Informationen zu den regionalen und überregionalen Wohnpräferenzen der zukünftigen Beschäftigten. Auch setzt sie die quantitativen Ergebnisse in den Kontext der 8. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Freistaates Sachsen.

Die Studie im Kontext zu anderen Untersuchungen
In den vergangenen Jahre(n) wurden in unterschiedlichen Studien/Untersuchungen durch den Freistaat Sachsen/Wirtschaftsförderung Sachsen (iit-Studie), des Silicon Saxony e. V. (eigene Untersuchungen) und der Landeshauptstadt Dresden/Erlebnisregion Dresden (CIMA-Studie) Aussagen zur Entwicklung der zukünftig zusätzlich entstehenden Arbeitsplätze im Zusammenhang mit dem Ausbau beziehungsweise den Neuansiedlungen von Unternehmen der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden getroffen. Obgleich die Studien/Untersuchungen denselben Hintergrund (Wirtschaftsentwicklung Dresdner Norden) haben, sind die Ziele sowie die damit verbundenen Aufgabenstellungen und die Betrachtungsräume (räumliche Fläche, Zeithorizonte, Detailtiefe, etc.) der Studien/Untersuchungen unterschiedlich und demnach nur bedingt miteinander zu vergleichen.

Die insgesamt prognostizierten direkten zusätzlichen Arbeitsplätze bewegen sich über die Studien hinweg in einem Korridor zwischen 4.500 (Ausbauszenario) - 5.500 Arbeitsplätzen. Die insgesamt (direkten + indirekten/induzierten) prognostizierten zusätzlichen Arbeitsplätze im Mittelfristzeitraum (bis 2035) bewegen sich über die Studien hinweg in einem Korridor zwischen 19.350 (Ausbauszenario) - 24.000 Arbeitsplätzen.

Insbesondere aufgrund des deutlich kleineren räumlichen Betrachtungsraumes, der Untersuchungsgegenstand in der CIMA-Studie war, und der damit verbundenen Anwendung eines Regionalisierungsfaktors, liegen die Zahlen der prognostizierten zusätzlichen regionalen Arbeitsplätze in der "Region Dresden" unterhalb der insgesamt prognostizierten Arbeitsplätze.

Verbindung zur Wohnpotenzialstudie
Zwar lassen sich die Ergebnisse der CIMA-Studie nicht verkürzt mit den Ergebnissen der Wohnpotenzialstudie (KEM) verschneiden, jedoch lassen sich deutliche Tendenzen ableiten. 

Den ermittelten zukünftigen Arbeitsplätzen und neu zuziehenden Arbeitnehmern steht ein Mehrfaches an Wohnpotenzialen verschiedener Kategorien gegenüber. Ein erheblicher Anteil davon liegt in guter Erreichbarkeit (insbesondere für den motorisierten Individualverkehr) zum Airportpark im Dresdner Norden. Insofern lässt sich feststellen, dass es ausreichende Potenziale in der Region in Bestandsobjekten, Innentwicklungsflächen sowie in entwickelbaren Flächen gibt, die unterschiedlichen baurechtlichen Status haben. Insgesamt bedarf es also in erster Linie gemeinsamer Anstrengungen die verfügbaren Potenziale in der Region zu aktivieren.

Die Studie ist unter folgendem Link abrufbar: CIMA-Studie